Lada-Sieg im Schottercup

Veröffentlicht am Sonntag, 12. April 2015 17:06

Rund 70 Teams gingen in Nordhausen an den Start der 45. Roland Rallye und die trockenen und harten Schotterpisten verlangten den Fahrern alles ab. Entsprechend hoch waren die größeren und kleineren Problemchen der Teams, aber der Reihe nach.

Um allen Eventualitäten vorzubeugen, durfte ein gewisser André S. (in Fachkreisen auch als Walter R. bekannt), in diesem Jahr keine Servicetätigkeiten übernehmen. Dunkel erinnerte sich Michael Miene noch an die Ausgabe im Vorjahr, als vor der Rallye auf nicht mehr nachvollziehbaren Wegen das falsche Erdöldestillat die Eingeweide der russischen Ingenieurskunst kontaminierte und dem Motor einen ordentlichen Husten verpasste. Als mehrfacher Gesamtsieganwärter der Rallye Grünhain brachte Walter R. eine gute Portion Erfahrung auf den Beifahrersitz des Hecktrieblers, wenn auch sein Kampfgewicht noch nicht den Idealmaßen entspricht. Da muss die ein oder andere „Reinwardt-Polnische“ noch Aufbauarbeit leisten, um die volle Leistung des Aggregats auf den staubigen Boden zu bringen. Trotz allem konnte man sich knapp vor der vogtländischen Werkskonkurrenz im VFTS behaupten und den Vorsprung im Laufe der Rallye ausbauen. Das befreundete Team um Jan Weidner und Nicole Petzold musste dann kurz nach Halbzeit der Rallye mit defekter Hinterachse die Segel streichen. Michael „Misch“ Miene und André (Walter R.) Schulz fuhren danach einen ungefährdeten Klassensieg nach Hause und wurden bestes Team aus Sicht des MC Grünhain. Mit stumpfen Waffen kämpften in der gleichen Klasse die Micra-Treter Mirko Gläß und Nico Röske, die jedoch mit vollem Einsatz die fehlende Leistung kompensierten und mit Rang 3 ein respektables Ergebnis erreichten.

Kräftig Federn ließen diesmal die Schotter-Cup-erfahrenen Treter der schnellen und seriennahen Fronttriebler. Stephan Dammaschke und Julia Siegel brachte bereits auf der ersten WP ein unfreiwilliger Aufenthalt im Graben um jegliche Siegchancen, mit zwei viertschnellsten Gesamtzeiten zu Beginn der zweiten Schleife ließen beide aufblitzen, was ohne den Zeitverlust möglich gewesen wäre. Ein ähnliches Schicksal ereilte Mark Muschiol und Kerstin Munkwitz im Renault Clio Ragnotti. Zur Halbzeitpause ärgerten sie mit dem 3. Gesamtrang erneut die Turboallradfraktion, jedoch gönnte sich der Clio auf WP 5 eine kleine Erholungspause, die Technik versagte einfach den Dienst. Nach kurzer Prüfung konnte der Motor wieder zum Leben erweckt werden, jedoch fielen die beiden aussichtslos zurück. Auch im schnellen Opel Astra von Bernd Knüpfer und Daniel Herzig zogen dunkle Wolken auf, denn die achsiale Verbindung zwischen Getriebe und Rad war dem schweren Gasfuß des thüringischen Postboten nicht gewachsen und konstatierte an einem engen Abzweig – jetzt ist Schluss mit lustig. Zu allem Unmut stand auch noch die Fangemeinde Gewehr bei Fuß und musste den Ausfall live miterleben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich im Mitsubishi Evo 9 von Karsten Lein und Alexander Hirsch die Antriebskräfte halbiert, denn das vordere Differential streikte. Nach gutem Beginn kam damit leider das Aus im Mietwagen.

Ebenfalls im gemieteten Suzuki Swift begab sich Tina Wiegand auf Erfahrungssuche im losen Geläuf. Mit zwei Plattfüßen und Getriebeproblemen haderte man zudem mehr mit dem Auto als mit der Strecke, der Spaß kam trotzdem nicht zu kurz.

Nachfolgend alle Ergebnisse im Überblick:

Miene / Schulz 21. gesamt, 1. Kl. H13

Gläß / Röske 33. gesamt, 3. Kl. H13

Dammaschke / Siegel 37. gesamt, 8. Kl. F8

Muschiol / Munkwitz 41. gesamt, 1. Kl. RC4

Wiegand / Hanak 45. gesamt, 5. Kl. F9

Weidner / Petzold Ausfall def. Hinterachse

Knüpfer / Herzig Ausfall gebrochene Antriebswelle

Lein / Hirsch Ausfall Differentialschaden

Mit letzter Kraft und vollem Einsatz konnte noch der Mannschaftssieg gefeiert werden.

Alle Ergebnisse unter www.nordhaeuser-msc.de